Ein perfektes Umfeld schaffen

sportstadt, das Sportmagazin in Krefeld

Thomas Noack, Lewis Holtby, Christoph Moritz, Marcus Noack (v.l.)

Thomas Noack ist Berater des Bundesliga-Stars Lewis Holtby von Schalke 04. Gemeinsam mit seinem Bruder Marcus betreibt er die Agentur Noack Sports, die junge Fußball-Talente betreut.

 Es ist rund sieben Jahre her, als der Krefelder Thomas Noack von einem Freund um einen Gefallen gebeten wurde. Der Freund war Trainer der U17-Fußballer von Alemannia Aachen und suchte einen Torwarttrainer für das Trainingslager in Nettetal. Noack, der es als Fußballer des Hülser SV bis in die Verbandsliga geschafft hatte, fand das Angebot interessant und konnte da noch nicht damit rechnen, dass er einen zukünftigen Bundesligastar sehen würde – und ihn nicht mehr aus den Augen verliert.

Heute sitzt er gemeinsam mit seinem Bruder und Geschäftspartner Marcus in seinem Büro Am Zollhof in Uerdingen und spricht von 2005, von seiner ersten Begegnung mit Lewis Holtby, einem kleinen blonden Techniker in Reihen der Aachener.

Potenzial erkannt

Thomas Noack hat sein Potenzial gesehen und war felsenfest davon überzeugt, dass er den Sprung nach ganz oben schaffen wird. „Von da an habe ich seinen Weg sehr genau verfolgt und immer wieder mal das ein oder andere Spiel geschaut und den Kontakt gehalten“, sagt er. „Als mit dem sportlichen Erfolg auch die ersten Anfragen von anderen Vereinen und Beratern eingingen, haben wir uns einmal tief in die Augen geschaut und beschlossen, dass wir den Weg ab sofort gemeinsam gehen.“ Und so wurde Thomas durch eine schicksalhafte Fügung Spielerberater, er machte zeitnah die Lizenz beim DFB und holte seinen Bruder mit ins Boot. Mit Lewis Holtby hatte man ein gutes Näschen, der heute erst 21 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler zählt zu den begehrtesten deutschen Talenten. 

Er bekam 2009 die Fritz-Walter-Medaille in Gold für den besten U19-Nachwuchsspieler, wechselte im selben Jahr von Aachen zum FC Schalke und wurde von dort zum VfL Bochum und zum FSV Mainz 05 ausgeliehen. Vor allem bei den Rheinhessen startete Holtby durch, spielte eine bärenstarke Bundesligasaison 2010/11 und ging im Sommer zurück nach Schalke. Und auch beim Deutschen Pokalsieger konnte sich der Kapitän der U21-Nationalmannschaft durchsetzen.

Marcus und Thomas Noack (r.)


„Mädchen für alles“


Jeden dieser Karriereschritte haben die beiden Noack-Brüder mitgemacht. Sie waren täglich Ratgeber, Ansprechpartner, Mädchen für alles. „Wir versuchen, unseren Spielern ein perfektes Umfeld zu schaffen, damit sie sich voll auf Ihren Job konzentrieren können“, sagt Marcus Noack. Und sein Bruder Thomas fügt hinzu: „Was die Unterstützung der Spielers angeht, gibt es eigentlich kaum Grenzen. Neben den klassischen Arbeiten wie Vertragsgestaltung oder Transferabwicklung koordinieren wir auch mögliche Termine mit Partnern, Sponsoren und Presse. Zum Beispiel gehört auch die Suche nach einer neuen Unterkunft oder die Koordination eines Umzuges mit dazu. Darüber hinaus sind es aber in erster Linie viele Gespräche zur sportlichen und persönlichen Entwicklung eines Spielers, die unsere Zusammenarbeit ausmachen.“ Viel Arbeit, für die sich die beiden externe Hilfe ins Boot holen: Es gibt beispielsweise einen Individualtrainer oder Experten in Sachen Vermögensverwaltung und Versicherungen.

Weitere Talente „im Stall“

Der erste und bekannteste Spieler in Reihen von „Noack Sports“ ist Holtby. In Christoph Moritz (Schalke 04), Christopher Mandiangu (Borussia Mönchengladbach U23), Carsten Lutz (FSV Mainz U23), André Kilian und Christ Kasela Mbona (beide FC Homburg) sowie zwei weiteren Nachwuchsspielern hat die Agentur aber noch weitere Talente „im Stall“. Verglichen mit Konkurrenten auf dem hart umkämpften Markt ist die Liste aber überschaubar. „Unser Ziel ist es nicht, eine unendliche Liste mit Spielern zu führen, von denen wir maximal ein bis zwei Mal im Jahr was hören“, sagt Marcus Noack. „Es geht um intensive Begleitung und Betreuung.“ Um den Überblick über den Spielermarkt zu behalten, gehören unter der Woche oder am Wochenende Besuche von zahlreichen Fußballspielen von der Bundesliga bis zur Oberliga, vom Seniorenbereich bis hinunter zur U15 dazu. Auf aktive Spielersuche begibt man sich dabei aber eigentlich nicht mehr. „Wir haben mit der Zeit eine eher defensive Herangehensweise entwickelt“, sagt Thomas Noack. „Wir verfügen mittlerweile über ein großes Netzwerk, in dem auch immer wieder mal der ein oder andere interessante Spieler auftaucht“.

Frage der Philosophie

„Finden wir einen Spieler interessant, dann signalisieren wir schon das Interesse mit ihm zusammenzuarbeiten. Spieler und Eltern haben dann Zeit, in aller Ruhe eine Entscheidung zu treffen.“ Gelassenheit in einem Haifischbecken, in dem sich bei A-Junioren-Bundesligaspielen oft mehr Berater als Zuschauer am Seitenrand tummeln: Es ist vielleicht nicht der Weg, mit dem sich das meiste Geld verdienen lässt. Es ist aber der Weg, bei dem sich die beiden sportbegeisterten Brüder am wohlsten fühlen. „Wenn wir das Gefühl haben, ein Spieler passt zu unserer Arbeits- und Lebensphilosophie und der Spieler hat dasselbe Gefühl - dann ist es auch kein Kampf, sondern es fügt sich ganz einfach zusammen.“ So wie bei den Noacks und Lewis Holtby.

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